Zurück zur Natur:

Die Kronberger Künstlerkolonie und die Schule von Barbizon

vom 15. November 2015 bis 14. Februar 2016

Der französische Ort Barbizon, in der Nähe von Paris und des Schlosses Fontainebleau gelegen, wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Zentrum der antiakademischen Landschaftsmalerei. Mädchen

                          Otto Scholderer,
                          Mädchen mit Früchtekorb, Öl/Lw.,
                          Kunsthaus Bühler, Stuttgart


Vorbildfunktion kam hierbei der um 1830 von Theodore Rousseau und Charles Daubigny gegründeten Schule von Barbizon zu. Sie galten als Erfinder der sogenannten „paysage intime“, des einfachen Landschaftsausschnitts, den sie mitunter in einer kleinen Waldlichtung oder einer verknorpelten Eiche entdeckten. In ihren Bildern spiegelt sich die Sehnsucht nach einem als ursprünglich empfundenen Leben abseits der Großstadt. Der Dichter und Kunstkritiker Emile Zola rühmte besonders die „Wahrhaftigkeit“, das „Gefühl, die Kraft und Anmut“, die er in ihren Bildern sah.

 

 Landschaft 
   Victor Müller, Französische Landschaft,(Ausschnitt)
   Öl/Lw., Privatbesitz Frankfurt a.M.,
   Foto: Günter Maniewski

 

Mit ihrem Umzug aufs Land reagierten die Künstler auf die zunehmend menschenfeindliche Industrialisierung in den Städten und rebellierten zugleich gegen eine ansteigende Ausbeutung und Zerstörung der Natur. Auch in Deutschland begann die urtümliche Landschaft und das dörfliche Ambiente die bis dahin als vorbildlich geltende Historienmalerei zu ersetzen.Die traditionelle Vorstellung einer arkadischen oder mythologischen Landschaft gehörte fortan der Vergangenheit an. Carl Peter Burnitz, Anton Burger, Jakob Maurer und viele andere der Kronberger Kolonisten widmeten sich einer aus der unmittelbaren Naturanschauung erwachsenen realistischen Landschaftsmalerei, die bewusst die komponierte Ideallandschaft wie auch die heroische Romantik von einst ablehnte. Dabei erhielten sie in Paris und Barbizon wichtige Impulse.

 

 

Heuhaufen   Fritz Wucherer, Heuhaufen, (Ausschnitt)
Öl/Lw., Sammlung Giersch Frankfurt a.M.,
Foto: Uwe Dettmar

 

Otto Scholderer und Hans Thoma besuchten Gustave Courbet in seinem Atelier in Paris und waren tief beeindruckt von seinem Werk, während Courbet über seine Kollegen urteilte, „die Deutschen malten zu viel mit dem Kopf“. Das Eintreffen dieses großen Neuerers 1858 in Frankfurt glich einem Paukenschlag und beeinflusste auch die Malerei der Kronberger Künstler. Die Ausstellung zeigt die vielfältigen Themen und Motive der französischen Schule und macht ihren Vorbildcharakter für die Kronberger Künstlerkolonie deutlich. Die Schau spannt dabei den Bogen von den realistischen Landschaften Gustave Courbets über die Erntebilder Charles Daubignys hin zu den frühen Impressionen Anton Burgers und den französisch inspirierten Werken Fritz Wucherers.

 

Jura   Gustave Courbet, Juralandschaft, um 1866, (Ausschnitt)
Öl/Lw., Privatsammlung Frankfurt a.M.,
Foto: Günter Maniewski

 

 

Mit freundlicher Unterstützung der

Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung

und der Stadt Kronberg im Taunus
LogoKronberg

 

 

 

 

Informationen

Öffnungszeiten Museum
Mittwoch 15:00 bis 18:00 Uhr
Samstag, Sonntag und
an Feiertagen
j
eweils 11:00 bis 18:00 Uhr
Karfreitag geschlossen

 

Eintrittspreise
Pro Person 5,00 €
ermäßigt    4,00 €
Familien   10,00 €
Mitglieder und Kinder
bis 12 Jahre kostenfrei!

Öffentliche Führung

am 2.4., 28.5. und 11.6.2017 um 11:15 Uhr
Gebühr: € 2,- zzgl. Eintritt

08.4.17, 16.00 – 18.00 Uhr
Kronberger Kaleidoskop
Kombi-Führung
Burg und Museum

Auf Anfrage bieten wir
Führungen für Vereine,
Schulklassen und Firmen.

Auf Anfrage Führungen
in französischer Sprache
Gebühr € 50,- zuzüglich
ein Aufschlag von € 25,-


Kunst für Kinder
jeweils samstags
von 16:00 bis 17:00 Uhr
25.3. Osterlesung
22.4. Frühjahrs-Workshop

10.6. Lieblingsorte



Anmeldung erbeten an